So. Die Muse küsst wieder.
Das ist nicht immer gleich mit der Inspiration. Die kommt. Oder eben auch nicht. Seit dem letzten Blogeintrag ist viel passiert und wir haben viel gesehen. Es waren Wochen des Aufsaugens und Verarbeitens. Wochen voller türkischer Herzlichkeit und Gastfreundschaft in wunderschönen Landschaften.
Unser Ziel für März war Kappadokien. Diese Gegend in Zentralanatolien ist bekannt für und begeistert dank ihrer skurilen und märchenhaften Tuffsteinformationen. Es gibt unzählige Höhlenstädte und der Anblick von bis zu 150 Heissluftballonen, die frühmorgens über die Landschaft schweben ist einzigartig.
Nach ein paar aktiven Tagen (Wandern, Velofahren und Reiten 🙂 in und um Göreme – dem Zentrum Kappadokiens – zog es uns wieder Richtung Osten.
Konkret an den Van See. Er ist der grösste See in der Türkei und der grösste Sodasee (hoher Salzgehalt) der Erde. Die Kulisse dort ist atemberaubend: die umliegenden Berge (zum Teil bis 4000 m hoch) immer noch schneebedeckt, am See doch schon frühlingshafte Temperaturen. Ein Ort zum Entspannen. Nach ein bisschen Aufregung.
Denn: auf einer Reise dreht sich ja viel. Viel um die Umgebung, in der wir uns bewegen. Viel um uns selber und wie sich unser eigener Kosmos weiterentwickelt. Aber natürlich auch unsere Räder. Die drehen zuverlässig. Doch an diesem Abend, als wir beim Van See ankamen, war da ein bisschen zu viel drehen. Es war schon dunkeln, wir wollten an einen Stellplatz am Seeufer, doch wir sahen zu spät, dass der Boden zu feucht war: eingematscht! Die Räder drehten durch, wir steckten fest.
Ok, ruhig Blut. Das hatten wir ja schon einmal – auf dem Iori Plateau in Georgien. Wir sind also erprobt. Doch damals war es einfacher Holz aufzutreiben, um eine “Matschbrücke” zu basteln. Hier nur karge Steppenlandschaft um den See. Nix Bäume. Nach ein paar vergeblichen Versuchen, rauszukommen, kamen die Sandbleche zu ihrem ersten Einsatz mit uns. Doch es wäre ja zu einfach gewesen, wenn die sich so locker lässig hätten abmontieren lassen. Die Halterung war an einer Seite natürlich total verrostet. Die Schraube liess sich keinen Millimeter bewegen. Da muss WD-40 her. Mit ein bisschen Schmieren wird das schon klappen. Denkste. Mathias flucht ja wirklich nicht oft, geschweige denn voreilig. Doch an diesem Abend, im Dunkeln irgendwo am Ufer des Van Sees hat man ihn gehört. Nach halbstündigem Herumprobieren diese Sandbleche zu lösen, der Entscheid: jetzt geht’s nur noch brachial. Mit dem (unerwartet sehr robusten) Klappspaten wurde das Dinge einfach weggehauen. So.
Nun also die absehbare Rettung für unseren DAF aus dem Matsch. Mit den Sandblechen, bzw. Matschblechen kein Problem. Am nächsten Tag organisierten wir in Van dann eine neue Halterung. An diesem Abend jedoch wurde es spät. Ein weiteres unvergessliches Erlebnis verbucht. Leider gibt es davon keine Fotos. 🙂
Die Aussicht am nächsten Morgen liessen die Strapazen des Vorabends mit einem Wimpernschlag verfliegen.















