Seit gut einem Monat sind wir wieder in der Türkei, dem Süden und den frühlingshaften Temperaturen entgegen.
Das erste, was uns auffiel nach der Grenze: die Strassen sind ein Traum, im Vergleich zu den Georgischen Strassen (oder was dort teilweise als Strassen bezeichnet wird). So ganz ohne Schlaglöcher kamen wir vorwärts. Das Zweite, das uns Freude brachte: die unglaubliche Gastfreundschaft. “Hoşgeldiniz!” Seid herzlich willkommen!, hören wir überall, wo wir hinkommen.
Wir sind von Georgien bei Çıldır über die Grenze und haben die erste Nacht am Çıldır Gölü (Lake) im Schnee verbracht. Der nächste Halt war die Provinzhauptstadt Kars. Wir fanden schnell heraus, dass Kars sowas wie das Käse-Mekka der Türkei ist. An jeder Ecke gibt’s einen Käseladen. Sie produzieren und verkaufen auch Gruyère, der hier halt einfach Gravyer heisst. Natürlich landeten wir in einem der Käseläden. Und natürlich sind wir herzlich empfangen worden und bekamen Çay serviert. Der Verkäufer war ganz aus dem Häuschen, als wir ihm die Fotos von unseren Alpsommern zeigen, wie wir (damals noch jung und frisch) selber Käse hergestellt hatten. Zum Abschied noch ein Foto zusammen ‘Cheese’ und dann “güle güle!” bye bye! Käse verbindet.
Weiter gings nach Mardin. Die Altstadt, die sich an den Hügel schmiegt, ist UNESCO Weltkulturerbe und diese wollten wir uns ansehen. Von oben sieht man bei gutem Wetter bis nach Syrien. Die Grenze ist nahe. Viele Syrer leben hier. Bei einem davon essen wir fantastisch gute Falafel, bei einem anderen schlemmen wir leckeres Gebäck. Doch wir sollten auch noch den Notfall und die vielen Apotheken der Stadt kennenlernen. Die Altstadt ist eben wirklich alt und steil und im Dunkeln sieht man manchmal das eine oder andere Loch in der Treppe nicht. So geschehen für Mathias. Der Arme hat sich den Fuss umgeknickt und sich wohl die Bänder gezerrt. So ganz genau haben wir es nicht herausgefunden. Der erste Notfallarzt meinte, der eine Fussknochen sei geprochen, der Orthopäde meinte nix gebrochen. Wenn möglich belasten und doch gut schonen. Das hiess: Daniela am Steuer.
Nun gings also noch etwas gemütlicher mit einem kaputten Fuss an Bord weiter nach Şanlıurfa. Das ist ein Besuch wert und eines der Highlight auf unserer Reise. Der Basar war eine Zauberwelt. Hier duftete es förmlich nach Orient. Und u.a. nach frischem Menengiç Kahve. Diese kurdische Köstlichkeit haben wir hier entdeckt.
Nun aber ab ans Meer. Wie des Öfteren verweilen wir jeweils länger an einem Ort, als wir das im Voraus denken. Diese Freiheit zu bleiben, wo es uns gefällt, (noch) ohne Zeitdruck ist im Moment unser Luxus.
Unterwegs trafen wir noch andere Reisefamilien aus der Schweiz und aus Österreich. James genoss die Zeit mit den anderen Reisekindern und das gemeinsame Spiel in Deutscher Sprache, besonders natürlich auf Schwiizerdütsch.
Seit anfangs Februar haben wir also wieder die Füsse im Salzwasser, die Meerluft im Gesicht und die Entschleunigung im Herzen. Wir verweilen. Manchmal ist das pure Verweilen gar nicht so einfach. Doch es tut uns unendlich gut.
So sammeln wir genug Energie für unser Ziel im März: Kappadokien.
























