Weisst du, wie sich das anfühlt, wenn du ein Ziel erreichst, das du schon seit Jahren im Kopf und in deinen Träumen mitträgst? Kannst du es beschreiben?
Tief erfüllt, dankbar, zufrieden und manchmal auch bisschen surreal; so würde ich es beschreiben, wie es sich für uns gerade anfühlt. Hier in Georgien. Vor über 6 Jahren haben wir eine BBC Doku-Serie über die Kaukasischen Länder gesehen und seither spürten wir eine gewisse Verliebtheit aus der Ferne mit Georgien. “Da möchte ich gerne mal hin”, waren damals meine Worte.
Ob aus der Verliebtheit aus der Ferne die grosse Liebe vor Ort wird, werden wir herausfinden in den kommenden Wochen, in denen wir uns hier treiben lassen werden. Wir sind immer noch in der Kennenlernphase. Klar ist aber schon jetzt, dass wir uns hier unglaublich wohl fühlen und wir von der bisher erlebten Natur- und Kulturschönheit beeindruckt und genährt sind.
Wir sind nun seit zwei Wochen im Land. Die ersten paar Tage haben wir in Batumi am Schwarzen Meer verbracht. Es ist die zweitgrösste Stadt im Land, mit grossstädtischem Flaire und gleichzeitig kleinverwinkeltem Charme und bietete uns alles, um uns zu organisieren (e-sim kaufen, Geld wechseln, Offroad-Guide finden, Buchläden durchstöbern, so Zeug halt) und einen ersten Eindruck wirken zu lassen.
Die nächsten Tage tingelten wir sehr gemütlich weiter Richtung Berge, genauer nach Swanetien im Grossen Kaukasus. Da wollten wir noch hin, bevor der Schnee endgültig kommt und bleibt. Ushguli unser Ziel. Man (= die GeorgierInnen und wohl alle Touristen, die hier waren) sagt, dass Ushguli das schönste Dorf in Swanetien sei. Nicht umsonst ist ein Ortsteil davon Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die typischen swanetischen Wehrtürme und Steinhäuser, gepaart mit der atemberaubenden Bergkulisse (der höchste Berg Georgiens steht hier, Shkhara mit 5203 MüM) machen diesen Ort zu einem ganz speziellen.
Wir sind nun schon seit vier Tagen hier. Wir wandern, staunen und reiten. Sagen gefühlt 100 Mal am Tag “wow, so schön!”. Es gibt frische Bergluft, feines lokales Essen (z.B. das Swanetische Khachapuri oder Tashmijabi) und viele Hunde. Extrem viele Hunde. Einige davon schlafen unter unserem Truck, begleiten uns auf unseren Wanderungen zum Shkhara Gletscher und zu den alten Türmen, die oberhalb des Dorfes thronen. Ganz zur Freude von Wanderfloh James. Er meinte kürzlich: “Du weisst ja, Mama, wenn ich mit Tieren sein kann, bin ich zufrieden.”
















